Manchmal kriege ich dieses seltsame Gefühl von Schuld, nachdem ich einen Segen empfangen habe – ein Geschenk, das mir hilft, eine Not zu decken, mich ermutigt oder mein Leben verbessert. Ich bin zwar Gott aufrichtig dankbar dafür, und doch empfinde ich, statt mich zu freuen, eine gewisse Traurigkeit oder das Gefühl, es nicht verdient zu haben.
Jakobus schreibt: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab“ (Jakobus 1,17). Wenn Gott Hilfe, Ermutigung oder ein notwendiges Geschenk schenkt, sollte unsere erste Reaktion nicht Schuld sein. Sie darf demütige Dankbarkeit sein.
In 5. Mose 12,7 heißt es:
„Dort sollt ihr vor dem HERRN, eurem Gott, essen und euch freuen über alles, was eure Hände getan haben und womit der HERR, euer Gott, euch gesegnet hat.“
Im Kontext dieses Verses sollten die Israeliten Gott an dem Ort anbeten, den er erwählt hatte, indem sie ihre Opfer dorthin brachten. Dort sollten sie gemeinsam vor dem HERRN essen und sich über seine Geschenke und Versorgung freuen. Ihre Freude war kein Egoismus, sondern Anbetung.
Manchmal entsteht Schuld, wenn wir Freundlichkeit oder Hilfe empfangen, aus Demut. Sie kann aber auch mit Scham, geringem Selbstwertgefühl, schmerzhaften Erfahrungen oder dem Gefühl zusammenhängen, dass wir uns gute Dinge erst verdienen müssen.
Vielleicht denken wir:
* „Andere haben das mehr verdient als ich.“
* „Ich sollte derjenige sein, der hilft – nicht derjenige, der Hilfe braucht.“
* „Ich habe nicht genug getan, um Gottes Güte zu verdienen.“
Eine gesunde Reaktion ist weder Anspruchsdenken noch Selbstbestrafung. Sie ist demütige Dankbarkeit:
„Danke, Herr. Ich nehme dies als deine Güte an und möchte treu damit umgehen.“
Gottes Gaben dürfen wir mit Ehrfurcht annehmen, mit anderen teilen und vor ihm feiern. Uns über seine Versorgung zu freuen, ist nicht egoistisch – es ist Anbetung.
Freue dich – Gott ist gut!

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